Warnstreik

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Arbeitgeber von Bund und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 20. September 2020 zur Einkommensrunde 2020 kein Angebot vorgelegt. Um den Druck zur dritten und geplant letzten Verhandlungsrunde am 22. / 23. Oktober 2020 erhöhen zu können, erteilt der dbb für die Zeit vom 21. September 2020 bis einschließlich 23. Oktober 2020 die grundsätzliche Freigabe zu jeweils bis zu eintägigen Arbeitskampfmaßnahmen (Warnstreiks und Demonstrationen), dies gilt auch für DBSH-Mitglieder. Selbstverständlich können Sie auch solidarisch bei anderen beteiligten Gewerkschaften streiken.
Näheres erfahren Sie für den DBSH Bayern beim Streikleiter Winfried Leisgang (w.leisgang@dbsh-bayern.de). Bitte beachten Sie, dass Sie grundsätzlich vor einer Streikteilnahme als Mitglied Winfried Leisgang zu informieren haben, um ggfs. ein Streikgeld zu erhalten.

Pressemitteilung: Soziale Arbeit in der Corona-Krise

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#systemrelevant: Soziale Arbeit in der Corona-Krise

Die Corona-Krise stellt die Gesellschaft in unerwarteter Weise vor große Herausforderungen. Bei den bisher in der Öffentlichkeit als systemrelevant diskutierten Berufen wird Soziale Arbeit mit ihren einschlägigen Arbeitsfeldern jedoch meist übersehen.

Wir, die bayerische Landesvertretung des Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH)[1], erwarten zum einen besonderen Schutz für marginalisierte Personengruppen in unserer Gesellschaft und erkennen zum anderen die außergewöhnliche Belastung und Leistung der Sozialarbeiter*innen in den Einrichtungen Sozialer Arbeit an und fordern, diese zu unterstützen.

Sozialarbeiter*innen stehen, ebenso wie derzeit auch andere systemrelevante Berufsgruppen wie  zum Beispiel pflegerisches und medizinisches Personal, in besonderer Weise in der Verantwortung, benachteiligte und bedürftige Menschen bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. Sie erfüllen somit eine unverzichtbare gesellschaftliche Funktion, die gerade in Zeiten, in der Solidarität den gesellschaftlichen Zusammenhalt garantiert, unverzichtbar ist. Benachteiligte Personengruppen, wie Wohnungslose, Kinder, Jugendliche und geflüchtete Menschen sind oftmals in vielfacher Weise von der Krise betroffen. So sind sie prekär untergebracht[2], ihre Einrichtungen geschlossen bzw. ihre Unterstützungssysteme brechen weg. Sie haben keine psychischen, physischen oder sozialen Ressourcen zur Bewältigung der Herausforderungen und sind gegebenenfalls häuslicher Gewalt schutzlos ausgeliefert[3].

Sozialarbeiter*innen, die beispielsweise in der ambulanten und stationären Jugendhilfe, in Einrichtungen für behinderte Menschen, in der Versorgung wohnungsloser Menschen oder auch für Geflüchtete arbeiten, sind im engen Kontakt mit den Menschen, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, ohne dass beispielsweise ausreichend Schutzkleidung vorhanden ist oder Pläne vorliegen, wie eine Quarantänesituation bewältigt werden kann. Sozialarbeiter*innen, die häufig in unterbesetzten Personalsituationen agieren, unterstützen dennoch auf vielfältige Art und Weise Menschen in Krisensituationen. Beispielhaft können hier psychische Krisen oder häusliche Gewalt genannt werden.

Verantwortliche in Gesellschaft und Politik sind demnach gefordert, den Institutionen der Sozialen Arbeit grundsätzlich die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die es braucht, um u.a. Notfallpläne aber auch Schutzkonzepte entwickeln zu können. Nur so kann in der derzeitigen Lage maximale Handlungsfähigkeit gewährleistet werden und ausreichender Schutz von Angestellten und Klient*innen sichergestellt werden. Zugleich muss den Menschen bei besonderen Problemlagen und insbesondere bei Krisen Zugang zu Hilfe, Beratung und Betreuung ermöglicht werden. Menschen sind in der aktuellen Krisensituation vielfach auf sich alleine gestellt. Soziale Arbeit nimmt hier eine Schlüsselposition ein, um gerade  diese Menschen bei der Bewältigung der derzeitigen Situation zu unterstützen, denn eine strukturierende soziale Infrastruktur ist nicht mehr in ihrer bisherigen Präsenz vorhanden.


Soziale Arbeit kann angesichts der Infektionsrisiken nicht immer uneingeschränkt, wie bislang geleistet werden. Gleichwohl ist trotz der intensivierten Nutzung digitaler Kommunikation ein persönlicher Kontakt mit den Klient*innen nötig und wichtig. Daher muss zum Beispiel ein adäquater und kontinuierlicher Kinder- und Jugendschutz gewährleistet bleiben, ohne dass die Mindeststandards herabgesetzt werden müssen.
Wir fordern somit – in der momentanen Krisenzeit mehr denn je – neben der Unterstützung der bedürftigen Menschen, grundsätzlich sorgfältig ausgestaltete Rahmenbedingungen für Fachkräfte, gesellschaftliche Anerkennung unserer systemrelevanten Profession sowie auch über die Krise hinaus, die Sicherstellung finanzieller Ressourcen auch außerhalb der staatlichen Wohlfahrtspflege für Kleinstbetriebe und soziale Projekte, um dem Prinzip der Sozialstaatlichkeit gerecht werden zu können.  

Ansprechpersonen:

DBSH Landesvorstand Bayern

1. Vorsitzender: Detlef Rüsch (Dipl.Soz.Päd, syst. Familientherapeut, Supervisior)

2. Vorsitzende: Helene Bartels (Dipl.Soz.Päd, Master of Social Work)

vorsitz@dbsh-bayern.de


[1]      Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) https://www.dbsh.de Abruf 09.04.2020

[2]      Positionspapier Soziale Arbeit mit Geflüchteten. (2019). https://www.fluechtlingssozialarbeit.de/Positionspapier_Soziale_Arbeit_mit_Gefl%C3%BCchteten.pdf Abruf 09.04.2020

[3]      Bundesregierung, Ausnahmesituation für Familien. (2020). https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ausnahmesituation-fuer-familien-1734472; Abgerufen 09.04.2020

SOZIAL EXTRA 2/2020

Aktuelles zur Tarifauseinandersetzung

Liebe Mitglieder, da für morgen wieder Streiks und Kundgebungen angesetzt sind, möchte ich Sie bitten, sich bei Streikteilnahme an unsere Streikleitung Winfried Leisgang (w.leisgang@dbsh-bayern.de) schon im Vorfeld zu wenden, um gegebenenfalls ein Streikgeld zu erhalten. Zudem mag ich Sie kurz über den aktuellen Stand informieren: Die kommunalen Arbeitgeber (VKA) haben eine Woche vor der dritten TVöD-Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt. Demnach sollen bei einer Laufzeit von 36 Monaten die Gehälter in drei Schritten um insgesamt 3,5 Prozent steigen. Zudem sind Zulagen und Sonderzahlungen vorgesehen. Es wird eine Erhöhung der Entgelte in drei Schritten angeboten, und zwar
zum 1. März 2021 um 1,0 Prozent
zum 1. März 2022 um weitere 1,0 Prozent und
zum 1. März 2023 um weitere 1,5 Prozent.
Der erste Erhöhungsschritt wird mit einem Mindestbetrag von 30 Euro verbunden. Die Laufzeit soll 36 Monate betragen.

Dazu die Meldungen der gewerkschaftlichen Verhandlungsführer:

Die Verhandlungsführer von ver.di und dbb, Frank Werneke und Ulrich Silberbach, haben das Arbeitgeberangebot in der Einkommensrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen als völlig unzureichend bezeichnet.
„Die angebotenen Lohnsteigerungen sind geradezu respektlos. Für kleinere und mittlere Einkommen bedarf es eines deutlich höheren Mindestbetrags. Die Laufzeit ist eindeutig zu lang. Insbesondere die Vorschläge für das Gesundheitswesen sind richtig dreist. Nach warmen Worten von Politikerinnen und Politikern im Frühjahr erhalten die Beschäftigten in den Krankenhäusern von den Arbeitgebern eine Klatsche… Auch die weiteren Forderungen und Erwartungen wie die Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro oder die zeitnahe Ost-West-Angleichung bei der Arbeitszeit werden nicht erfüllt…
„Wir hatten uns von dem heutigen Angebot mehr versprochen: Mehr Verantwortung und Respekt der Arbeitgeber gegenüber ihren Beschäftigten und mehr Fairness im Umgang. Erst die weiteren Verhandlungen Ende kommender Woche in Potsdam werden zeigen, ob sich aus diesem Angebot eine Einigungsperspektive entwickeln lässt, oder ob es eine Nebelkerze ist, die nur auf die öffentliche Debatte abzielt“, ergänzte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion die Einschätzung.

Die Gewerkschaften seien sich im Klaren, dass eine Tarifeinigung nicht ohne Entgegenkommen beider Seiten zu haben sein wird, so dbb-Chef Silberbach. „Das heute vorgelegte Angebot reicht aber hinten und vorne nicht. Genauso wie die Gewerkschafts-forderungen nicht das letzte Wort sind, kann und wird es auch dieses erste Angebot der Arbeitgeber von Bund und Kommunen nicht sein.“ Mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Gesellschaft, öffentlichen Dienst und Tarifrunde erinnerten Werneke und Silberbach abschließend nochmal daran, dass die Gewerkschaften aus gutem Grund im Frühsommer eine Verschiebung der Einkommensrunde bis 2021 vorgeschlagen hatten. Vor allem die kommunalen Arbeitgeber hätten das abgelehnt.
Hintergrund : Die Gewerkschaften fordern u.a. eine Einkommenserhöhung um 4,8 Prozent, mind. 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten, Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 Euro, sie erwarten zudem eine Arbeitszeitangleichung Ost an West, Verbesserungen für den Pflegebereich sowie die Reduzierung der 41-Std.-Woche für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Vom TVöD sind etwa 2,5 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt betroffen: Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen sowie weiterer Bereiche, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie rund 225.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die dritte Verhandlungsrunde ist für 22./23. Oktober 2020 in Potsdam verabredet.
Quelle: https://www.dbb.de/td-ekr-2020/artikel/gewerkschaften-kritisieren-arbeitgeberangebot-als-voellig-unzureichend.html

Bildungszeit JETZT

Der DBSH Bayern unterstützt die Initiative von zahlreichen Organisationen für eine Bildungszeit.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung.

Pressemitteilung: Soziale Arbeit ist systemrelevant

Fachtagung des SeniorInnen-DBSH 14.10.2020 in Mannheim

Die 1. Fachtagung „Soziale Arbeit mit und für alte Menschen“ des SeniorInnen-DBSH ist für den 14.10.2020 in der Aula der Hochschule Mannheim geplant.   Wir bitten um Anmeldung per Mail an info@dbsh.de oder per Briefpost an DBSH Bundesgeschäftsstelle, Michaelkirchstraße 17/18, 10179 Berlin.   Aufgrund der Förderung durch die Else-Funke-Stiftung wird kein Tagungsbeitrag erhoben. Tagungsgetränke stehen kostenlos zur Verfügung. In der Mittagspause können die Angebote der Mensa genutzt werden. Für Hörgeschädigte wird eine Induktionsschleife eingerichtet.

Wir laden ein zur 1. Fachtagung „Soziale Arbeit mit und für alte Menschen“. Ausgehend von der Tatsache, dass im Focus der Arbeit mit alten Menschen bisher vorwiegend die Pflege und die medizinische Versorgung im Vordergrund steht, sieht der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) in der Arbeit mit und für alte Menschen ein wichtiges Arbeitsfeld für die Soziale Arbeit. Bisher wurde das Thema „Alter“ als gesellschaftliche Aufgabe und vor allem als Aufgabe für die Handlungsfelder Gesundheit und Pflege diskutiert. Im Laufe der Zeit wird nun immer deutlicher, dass Alter und die damit zusammenhängenden Lebensfragen sowie Lebenslagen auch Thema der Sozialen Arbeit sind. Aufgabe der Profession Soziale Arbeit ist es, die alten Menschen in dieser Lebensphase zu unterstützen. Ihre Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und Teilhabe sollen solange wie möglich erhalten und gefördert werden. Dies muss in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen wie z.B. der Medizin und Pflege erfolgen. In Fragen der Menschenrechte und Berufsethik kann diese Zusammenarbeit für alle zu einem erweiterten Blick über die eigenen Fachschranken hinweg führen“ (s.a. Trierer Erklärung des DBSH zur Sozialen Arbeit mit und für alte Menschen). Mit dieser 1. Fachtagung wollen wir mit Sozialarbeiterinnen aus der Praxis,
Studierenden der Sozialen Arbeit, Fachkräften aus der Pflege und anderer helfenden Berufe und Interessierten Senior*innen einige Punkte zu diesem Thema näher beleuchten. Wir freuen uns auf einen interessanten Tag in der Hochschule Mannheim.

Programm:
10:00 Uhr: Anreise

10:45 Uhr: Begrüßung und Eröffnung Prof. Dr. Ulla Törnig, Dekanin der Fakultät Sozialwesen, Hochschule Mannheim

11:00 Uhr: Eröffnungsvortrag Prof. Dr. Martina Schäufele, Hochschule Mannheim – Aussprache

12:00 Uhr: Suizidalität im höheren Lebensalter Dr. Uwe Sperling, Universitätsmedizin Mannheim, IV. Medizinische Klinik, Geriatrie Geriatrisches Zentrum – Aussprache

13:00 Uhr: Mittagspause

14:00 Uhr: Gewalt in der Pflege: Erfahrungen und Daten aus der Pflegeberatung. Dr. Klaus Pfeiffer, Klinik für Geriatrische Rehabilitation, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart. – Aussprache 14:45 Uhr: Soziale Arbeit mit älteren Menschen im Quartier – Chancen von Gemeinwesenarbeit Prof. Katrin Sen, Private Hochschule IUBH, Frankfurt

16:00 Digitalisierung in der Altenhilfe, Tibor Vetter, Wohlfahrtswerk für BadenWürttemberg, Abteilung Forschung & Entwicklung – Aussprache 16.45: Uhr: Schlusswort Friedrich Maus, DBSH-BundesseniorInnensprecher Moderation: Friedrich Maus,

Aula Hochschule Mannheim Paul-Wittsack-Straße 10 68163 Mannheim

Wegbeschreibung Die Hochschule Mannheim erreichen Sie Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Hauptbahnhof Mannheim mit der Linie 1 in Richtung Rheinau, Haltestelle „Hochschule“. Fußweg noch ca. 100 m.

Zu Fuß (ca. 25 – 30 Minuten): Im Hbf Mannheim gehen sie die Gleisunterführung bis zum Ausgang Lindenhof (Rückseite des Hbf). Von dort biegen Sie nach links (am Victoria-Hochhaus vorbei) in die John-Deer-Straße – dann immer gerade aus bis die John-Deer-Straße in die Paul-Wittsack-Straße übergeht.

Die Veranstalter: Der SeniorInnen-DBSH ist eine Vertretung der SeniorInnen im DBSH. Der SeniorInnen-DBSH vertritt die besonderen gewerkschafts- und gesellschaftspolitischen Interessen der DBSHMitglieder im Ruhestand auf Bundesebene. Er beteiligt sich außerdem an fach-, berufs- und sozialpolitischen Diskussionen im DBSH und bringt die Erfahrungen der Seniorinnen und Senioren in die berufspolitische Arbeit des DBSH ein (s. a. https://www.dbsh.de/derdbsh/seniorinnen-dbsh.html .)

INFORMATION: www.dbsh.de/der-dbsh/seniorinnen-dbsh.html ANMELDUNG: www.info@dbsh.de

Zugang der Asylsozialberatung zu Unterkünften für Geflüchtete

Auch der DBSH Landesverband Bayern beteiligt sich am offenen Brief des Bayerischen Flüchtlingsrat und des Münchner Flüchtlingsrat an die Bayerische Staatsregierung. Es ist wichtig, das auch in Zeiten von Corona die Asylsozialberatung Zutritt zu staatlichen Unterkünften bekommt.

Den vollständigen Brief finden Sie hier:

Stellungnahme zur Situation von Studierenden und Beschäftigten in der Lehre Sozialer Arbeit

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Stellungnahme

Der Landesverband Bayern des Deutschen Berufsverbands für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) unterstützt und befürwortet die Forderung nach einem „Flexisemester“ für Studierende und Beschäftigte in der Lehre Sozialer Arbeit. Aus diesem Grund unterstützen wir die Initiative „#nichtsemester“.[1]

Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht – dies beinhaltet auch die Qualität und Rahmenbedingungen der Lehre und des Lernens. Eine Qualität die unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie nicht gehalten werden kann.

Soziale Arbeit ist in Praxis und Ausbildung eine Menschenrechtsprofession[2], ein Anspruch und Mandat, dem die kurzfristig organisierte digitale Lehre nicht gerecht werden kann. Gerade in Krisen ist die Scharnierfunktion unserer systemrelevanten Profession für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar. Alte Menschen, geflüchtete Menschen, Kinder und Jugendliche aber auch Frauen und wohnungslose Menschen leiden im Besonderen unter der Pandemie[3] – sie zählen auf die Professionalität der Sozialarbeiter*innen und der Lehrenden, die diese Kompetenzen für die Praxis vermitteln.

Nach unseren „Globalen Standards für die Lehre Sozialer Arbeit“ ist die Qualität und Ausgestaltung unserer akademischen Ausbildung absolut relevant für die nachfolgende Arbeit in der Praxis:

„Ensuring high quality of the educational programme whatever the mode of delivery. In the case of distance, mixed-mode, decentralised and/or internet-based teaching, mechanisms for locally-based instruction and supervision should be put in place, especially with regard to the fieldwork component of the programme.“[4]

Um die Qualität der Lehre nachhaltig zu sichern und Student*innen sowie Beschäftigte in der Lehre zu unterstützen, plädieren wir für ein „Flexisemester“. Flexibilität und das damit verbundene zur Verfügung stellen von Ressourcen ermächtigt – trotz der diversen vorliegenden Schwierigkeiten – Alle gleichermaßen. So kann sichergestellt werden, dass betroffene Student*innen und Beschäftigte in der Lehre individuell für sich entscheiden können und einen passenden Weg durch die Pandemiezeit finden können.
Beispiele für Probleme sind u.a. Kurzarbeit, schwebende Kündigungen, Care-Arbeit zuhause, kein Zugang zu Bibliotheken bis hin zu einem notwendigen erhöhtem Engagement in der professionellen Praxis. Dies verhindert, dass nicht im üblichen Sinne gelernt und gelehrt werden kann.

Zu den Kernkompetenzen (vgl. DBSH 2015)[5] des Studiums Sozialer Arbeit zählt u.a. die Entwicklung eines kritischen Wissens über das Funktionieren mnschlicher Beziehungen. Hochkomplexe gesellschaftliche Mechanismen wie Intersektionalität, Geschlechtergerechtigkeit, Rassismus, Diskriminierung und biopsychosoziale Zusammenhänge[6] lassen sich nicht bzw. nur eingeschränkt online erlernen. Ebenfalls ist das Erlernen von Schlüsselkompetenzen[7] – wie beispielsweise einschlägige Methodenkompetenz – digital nicht möglich. Diese Kompetenzen müssen für Studierende erfahrbar sein und von den Lehrenden im unmittelbaren Kontakt vermittelt werden.

Bildung ist Ländersache. Der DBSH, Landesverband Bayern, appelliert in aller Deutlichkeit an den bayrischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, und an die Verantwortlichen der Hochschulbildung, sich – im Rahmen der COVID-19-Pandemie 2020 – für eine maximale Flexibilisierung der Lehre und des Lernens einzusetzen und negative Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren.


[1]Initative „Nichtsemester“, https://www.nichtsemester.de/cbxpetition/offener-brief/

[2]United Nations (1992): Human Rights. Teaching and Learning about Human Rights. A Manual for Schools of Social Work and the Social Work Profession, A publication of the U.N. Centre for Human Rights in cooperation with the International Federation of Social Workers and the International Association of Schools of Social Work, New York

[3]Struktureller Rassismus in Zeiten der Pandemie | Alice Magazin. (2020). Retrieved April 8, 2020, from https://alice.ash-berlin.eu/seitenwechsel/news/struktureller-rassismus-in-zeiten-der-pandemie/

[4]IASSW: Global standards for the education and training of the social work profession; 2004 https://www.iassw-aiets.org/wp-content/uploads/2018/08/Global-standards-for-the-education-and-training-of-the-social-work-profession.pdf

[5]DBSH Berufsethik. (2015). https://www.dbsh.de/profession/berufsethik.html

[6]Vgl. IASSW 2004

[7] Grundlagen für die Arbeit des DBSH e.V. (2009). https://www.dbsh.de/fileadmin/downloads/grundlagenheft_-PDF-klein_01.pdf

Arbeitsrechtliche Hinweise in Zeiten von Corona

Liebe Mitglieder,

die derzeitige Lage stellt eine große Herausforderung dar und verunsichert viele Menschen. Der DBSH und der Bayrische Bematenbund haben auf ihren Homepages entsprechend, auch arbeitsrechtliche Hinweise zur Verfügung gestellt, auf die wir unsere Mitglieder gerne verweisen.

https://www.dbsh.de/der-dbsh/dbsh-mitteilungen/detail/dbsh-vorsitz-ruft-zur-solidaritaet-in-zeiten-der-coronavirus-pandemie-auf.

https://www.dbsh.de/der-dbsh/sonderseite-corona-pandemie.

https://www.bbb-bayern.de/corona-virus-was-beschaeftigte-des-freistaates-bayern-wissen-muessen/

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Archive
Impressum

DBSH
Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.
Landesverband Bayern

Anschrift:

Katja Niesert-Matschke
– Landesgeschäftstelle DBSH –
Pfarrgasse 12
85417 Marzling
Tel: 08161/140 145
Mobil: 0178 400 66 52
email: lgst@dbsh-bayern.de

1. Vorsitzender
Detlef Rüsch
d.ruesch@dbsh-bayern.de

2. Vorsitzende:
Helene Bartels
h.bartels@dbsh-bayern.de

DBSH – Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.
Michaelkirchstraße 17/18
10179 Berlin
vertretungsberechtigter Vorstand:
1. Vorsitzender: Michael Leinenbach
2. Vorsitzende: Gabriele Stark-Angermeier
Sitz: Berlin – Amtsgericht Charlottenburg – Aktenzeichen: VR 27710

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